Perfect Mom?

Eine rege Diskussion hatte ich vor kurzem mit meiner Freundin, Kati, die vor 1 1/2 Jahren Mama geworden ist. Ich erzählte ihr von meiner anderen Freundin, Sandra, die auch vor ca. 1 1/2 Jahren Mama geworden und die nach dem ersten Karenzjahr wieder in ihrem Berufsleben eingestiegen ist. Ich erzählte Kati die Story in einem begeisterten Ton, dass Sandra Lehrerin ist, somit Vormittags wieder arbeitet und sich ab Nachmittags ganz ihrem Sprössling widmen kann. Außerdem fühle sich Sandra wieder als “Frau”, als “Lehrerin”, hat Spaß in der Ausübung ihres Berufes und genießt es eben nicht nur “Mom” und “Windelwechslerin” – so war Sandras Wortwahl – zu sein. Kati reagierte daraufhin entsetzt und sagte mir, dass käme gar nicht in Frage für sie, dass sie “jetzt schon” wieder in ihrem Berufsleben einsteigt. Sie kann doch ihren Sohn nicht aus den Augen lassen. Niemals würde sie so etwas Gemeines, ja fast Abartiges tun! Ich war entsetzt über Katis Reaktion. Sandra hat sich ihren eigenen Weg zwischen Mamasein und Lehrerin gesucht. Ja sogar faszinierend fand ich es, dass es für Sandra auch eine andere Welt gibt, als die des Mamadaseins und erst ihr geniales Management in der Familie!

Versteht mich nicht falsch, persönlich finde ich es selbstverständlich, ja sogar im Sinne der Natur, dass sich die Welt eine zeit lang nur um das eine kleine rosa Ding da dreht, aber andere Mütter, die mindestens genauso aufopferungsbereit und liebend sind, regeln es halt “anders”. Und diejenigen versuche ich ein wenig zu verteidigen, ohne dabei die anders denkenden und handelnden Mütter anzugreifen.

JEDE FRAU hat ihre EIGENE IDENTITÄT, ist in einem EIGENEN KONTEXT eingebettet und hat somit UNTERSCHIEDLICHE HANDLUNGSWEISEN. Verurteilen ist hier definitiv fehl am Platz!

Sandra ist weiters ihre Beziehung zum Kindesvater sehr wichtig. Sie möchte die Partnerschaft pflegen. Sie betonte mir gegenüber immer wieder, wie wichtig sie es findet, das nicht außer Acht zu lassen, weil man sich schneller als man denkt im Alltag verliert und die Liebe somit langsam, aber sicher zerstört, wenn es kein anderes Thema mehr als das Kind gibt. An manchen Wochenenden lassen sie ihren Liebling bei den Großeltern übernachten, um so ein paar Stunden nur für sich alleine zu haben. Das finde ich toll! Das hat nichts mit einer Rabenmutter zu tun, oder dass man komplett überfordert ist, sondern, dass man auch eine andere Identität als die der Mutter annimmt bzw. auslebt. Man ist auch eine Frau, eine Freundin, eine Tochter,…

Sowohl Sandra als auch ihr Partner pflegen – selbstverständlich nicht in der früheren Intensität – ihre Freundschaften und gehen ab und zu mal ins Restaurant, etc. Das alles habe ich Kati nicht mehr erzählt, da ich begriffen hatte, dass sie über Sandra dann umso negativer sprechen würde. Das wollte ich mir dann auch nicht mehr antun und wechselte zu ihrem Lieblingsthema – ihr Baby!

Unerwähnt lasse ich dennoch nicht, dass ich selbst noch keine Mom bin und nicht weiß, wie ich – wenn es dann mal so weit sein sollte – mich so anstellen werde – als liebende Mom, Berufsausübende, Freundin, Geliebte, Tochter, Kollegin,…

Diesen Weg zwischen all diesen Identitäten zu finden, ist sicherlich nicht einfach und wenn man ihn dann doch gefunden hat, sollte man nicht verzweifelt versuchen, es allen (Gesellschaft/Freunde/Freund/(Ehe-)Mann/Bekannten- und Familienkreis/Kollegen/Nachbarn, etc.) Recht zu machen!

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„Bauch weg, Po weg, toll in Form!“

Quelle: Miramar, Dichoso (1998): Fuck the Fashion Establishment. Neue Züchtungen im Modebereich. In: Lips, Tits, Hits, Power. Popkultur und Feminismus. Verona: Cierre Grafica.

Als ich heute die Zeitung eher gelangweilt und desinteressiert durchblätterte (es war die Krone Zeitung, die peinlicher- und unerklärlicherweise die meistgelesene Zeitung Österreichs), fiel mir die „NKD“ Werbung in die Hände. Ich blätterte dieses dünne Werbeheft, das die kommende Sommermode anpries, durch und stieß auf folgenden Slogan:

„Bauch weg, Po weg, toll in Form!“

Bauch weg? Po weg? Aaaa, hab ich da was missverstanden? Tatsächlich haben (höchstwahrscheinlich männliche) Designer ein figurformendes Unterhemd sowie Taillen- und Poformer erfunden. Ach, was heißt hier erfunden? Das gibt es schon Ewigkeiten auf dem Markt, aber auf diesem Blatt wurde es so repräsentiert, als ob es eine ganz neue Erfindung wäre. Da kommt mir die Frage auf, was ist bloß los mit der Welt? Wieso muss es denn ein Bodyformer geben? Ein Taillenformer, der Frau beim Sitzen höchstwahrscheinlich die Luft abschnürt und beim Gehen sich so bequem anfühlt, dass man sich am liebsten gleich die Kleider vom Leibe reißen würde. Im Hinterkopf Miramar Dichosos Text habend, überlege ich mir, dass sie doch Recht haben könnte mit dem Satz: „[…] traurigen Stand der gegenwärtigen Mode – unkreativ, meist von Männern gemacht und zum Kotzen.“ Jaaaa, ich weiß schon, dass Geschmäcker sooo unterschiedlich sind, aber sind wir mal ehrlich, welche Frau würden denn so etwas von ganzem Herzen freiwillig tragen wollen? Und wenn es die Frau tatsächlich geben sollte, zwingt sie sich selbst in das vorgegebene gesellschaftliche System „90-60-90“ rein. Wieso wollen uns alle immer einreden, dass wir irgendeinen Bodyformer benötigen, um „schön“ zu sein? „Schön“ im Sinne der Modeindustrie und der nimmer müde werdenden Maschinerie… Ja Dichoso, Du hattest Recht! Wir „[…] sind es gewohnt, mit Darstellungen von großen, dünnen, weißen Mädchen bombardiert zu werden […].“ – Leider!

Zum Schluss fällt mir noch ein: Wieso gibt es denn so einen Bodyformer nicht für Männer? All die unzähligen Bierbäuche… Die könnten es eigentlich wirklich brauchen! Sollen sie doch ihre Körper g´scheid “formen”.

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Identität im “third-wave feminism”

aus The Women’s Movement Today: An encyclopedia of Third-wave Feminism, Hg. von Leslie L. Heywood, 2006

IDENTITÄT

Identität ist: Wie sieht und begreift man sich im Vergleich zu den anderen? In welchen sozialen Kontexten bzw. Welt lebt man?

Soziale Identitäten wären z. B.: Geschlecht, Rasse, Ethnizität, Behinderung… Weiters ist die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Etwas, wie zu einer Religion, zu einem Sportverein,…

“Feminist” stellt eine kollektive Identität dar und ist “adopted by individuals but created through interaction with a group”.  Man muss die “feminist identities” als sehr komplex ansehen. Individuen haben unterschiedlichen Normen & Werte und auch andere Meinungen als manche Theorien. Öfters fühlen sich solche als nicht der Ideologie folgend.

Ein wichtiger Aspekt feministische Identität zu kreieren ist “the construction of boundaries to distinguish members from non-members”. Der Grenzgang dieser Konstruktion und dieser Aushandlung ist bestimmt durch Ziele und Ideologien. So zum Beispiel folgen viele Feministinnen dem hegemonialen Code bzw. der dominanten Kultur und können sich z. B. für politische Veränderungen einsetzen.

Im 19. und 20. Jahrhundert scheint der „American women´s movement“ durchdrungen zu sein von Frauen, die weiß, heterosexuell, der Mittelklasse angehörend, sind. Nicht beachtet waren Frauen anderer Hautfarbe, Lesben und Frauen aus ärmeren Verhältnissen. Daher entstand die Idee eine „single feminist identity“ zu kreieren.

Die Begrifflichkeit „third-wave feminist“ wird oft verwendet, um junge Frauen und Männer, die in Feminismus im 21. Jahrhundert involviert sind, zu beschreiben.

Das Ziel des „third wave“ erstreckt sich aus dem Konzept der „´[…] political genereation´, wich is a gropu of people who have formative experiences at approximately the same point in their lives and develop a common framework for seeing the world.“

aus The Women’s Movement Today: An encyclopedia of Third-wave Feminism, Hg. von Leslie L. Heywood, 2006

 

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